25.10.2017

Kann Rufbussystem die Fahrplanausdünnung abmildern?

„Der ÖPNV ist ein zentrales Mobilitätsangebot in Stade. Für die Nutzer ist ein gutes Angebot, z. B. durch einen verlässlichen Fahrplan mit einer klaren Taktung wichtig, für die Kommune eine nicht ausufernde finanzielle Unterstützung“, schreibt Barbara Zurek, Vorsitzende der Grünen Ratsfraktion, in einem gemeinsamen Antrag der CDU-Ratsfraktion.
Beide Fraktionen möchten, dass die Stadtverwaltung eine zeitnahe Prüfung durchführt, ob auch Angebot eines Rufbusses erfolgen kann, um so die Reduktion des fahrplanmäßigen Angebotes auf den Linien 2002 und 2004 ab dem 1.12.2017 abzumildern.

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Der Antrag im Wortlaut:

CDU-Fraktion
im Rat der Hansestadt Stade
Fritz Thalemann

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
im Rat der Hansestadt Stade   
Barbara Zurek   

per E-mail
Hansestadt Stade
Bürgermeisterin Silvia Nieber

Stade, den 23.10.2017

Eilantrag zum Ausschuss für Feuerwehr, Sicherheit und Verkehr 01.11.2017

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Nieber,

im Namen unserer Fraktionen beantragen wir eine zeitnahe Prüfung durch die Verwaltung, ob die Umsetzung des Ratsbeschlusses vom 25.09.2017 (Einsparung von Kosten auf den Linien 2002 und 2004) auch durch das Angebot eines Rufbusses erfolgen kann, um so die Reduktion des fahrplanmäßigen Angebotes auf den Linien 2002 und 2004 ab dem 1.12.2017 abzumildern.

Begründung:
Der ÖPNV ist ein zentrales Mobilitätsangebot in Stade. Für die Nutzer ist ein gutes Angebot, z. B. durch einen verlässlichen Fahrplan mit einer klaren Taktung wichtig, für die Kommune eine nicht ausufernde finanzielle Unterstützung. Die Linien 2002 und 2004 wurden in ihrer Wirtschaftlichkeit betrachtet und als zwei der Linien im Stadtgebiet identifiziert, bei der die Fahrgastzahlen z. T. sehr gering sind. So wurden mit dem Ratsbeschluss vom 25.09.2017 eine Reduktion der Zuschüsse der Hansestadt Stade zum Betrieb der Linien 2002 und 2004 beschlossen. In der Umsetzung dieses Beschlusses wurde bisher nur die ersatzlose Streichung von Fahrten auf beiden Linien diskutiert, die bereits ab dem 1.12.2017 umgesetzt werden sollen. Da die nächste Finanzausschusssitzung erst nach diesem Datum liegt, bitten wir um Behandlung dieses Antrages auf der Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr, Sicherheit und Verkehr am 1.11.2017.

Wir möchten mit diesem Antrag als mögliche Variante geprüft wissen, ob der Beschluss vom 29.09.2017 nicht auch durch das Angebot eines Rufbusses umgesetzt werden kann. Rufbusse sind in vielen anderen Kommunen bereits im Einsatz und stellen in unserer immer weiter fortschreitenden digitalen Welt eine zukunftsorientierte, flexible, sozial, ökonomisch und ökologisch vorteilhafte Variante des Busverkehrs bei Buslinien mit niedrigen Fahrgastzahlen dar. Die Busse fahren nach wie vor nach einem vorgesehenen Fahrplan und sind – wie gehabt -  im normalen Tarifsystem  eingebunden, aber sie fahren nur, wenn sich im Vorwege jemand anmeldet. Da es daher keine Leerfahrten mehr gibt, reduzieren sich die Kosten und somit können - das zeigen die Erfahrungen anderer Kommunen – bei gleichem Kostenvolumen mehr fahrplanmäßige Fahren angeboten werden. Dies bedeutet ein deutlich verbessertes und verlässlicheres Angebot für die Nutzer als die allgemeine Reduzierung von Fahrten.

Ein Rufbussystem ist eine Möglichkeit, die mit den vorhandenen Strukturen relativ schnell entweder auf der Linie 2002 oder 2004 bzw. auch auf beiden Linien umgesetzt werden könnte und wäre ein Pilotprojekt, das je nach Erfahrungswerten auch bei noch weiteren Linien im Stadtgebiet perspektivisch sinnvoll eingesetzt werden könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Fritz Thalemann      Barbara Zurek

Kategorien:2017 Finanzen
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