Kurz & Knapp - unsere Kurzfassung

Stade wählt. Bündnis 90 / Die Grünen

Global denken – lokal handeln
Wir leben in einer global vernetzten Welt. Das bringt uns viele Vorteile, birgt aber auch Risiken, wie die Finanzkrise und die drohende Klimakatastrophe beweisen. Globale Probleme erfordern globale Lösungen, die aber leider noch all zu oft an nationalen Egoismen scheitern. Doch jede Kommune und jeder Bürger kann vor Ort beginnen, seinen Beitrag für eine bessere, gerechtere und zukunftsfähigere Welt zu leisten. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Stade zur Fair-Trade-City wird: Die Stadt, die Unternehmen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sollen aus globaler Verantwortung Produkte kaufen, die unter sozial gerechten und ökologisch verträglichen Bedingungen hergestellt worden sind.

BürgerInnen gestalten die Zukunft der Stadt mit
Wir wollen die Zukunft der Stadt und der Gesellschaft nicht allein Politik, Verwaltung und Wirtschaft überlassen. Vereine, Verbände und jeder Einzelne soll das Recht und die Chance haben, bei der Gestaltung seiner Kommune mitzuwirken. Wir möchten deshalb die Entscheidungs- und Planungsprozesse in der Stadt Stade offener und bürgernäher gestalten. Regelmäßige themenoffene Bürgerforen sind ein geeignetes Instrument, den Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerinnen und Bürgern zu verbessern.

Stadt(teile) der kurzen Wege
Nachdem die Hansestadt Stade in der letzten Ratsperiode ein Leitbild entwickelt hat, gilt es, dieses mit Leben zu füllen. Wir halten es für erforderlich, nach einer Bestandsanalyse in intensiver Beratung mit den Bürgerinnen und Bürgern Stadtteilentwicklungspläne aufzustellen. In ihnen wird festgelegt, welche Maßnahmen zur Sicherung bzw. Schaffung einer guten Ausstattung mit Schulen, Kitas, Einrichtungen für junge und ältere Mitbürger, Versorgungs- und Dienstleistungsangeboten, Grünanlagen usw. erforderlich sind. Die Idee einer Stadt der kurzen Wege muss Realität werden.

Vision Fahrradstadt Stade
Viele Menschen sind allerdings allein aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, täglich lange Wege zur Arbeit zurückzulegen. Dafür muss das Bus- und Bahnangebot – auch über Stade hinaus – bedarfsgerecht ausgebaut werden.
Auch die Bahnanbindung des Stader Hafens ist zu verbessern. Das heutige Industriegleis beeinträchtigt die Lebensqualität und die Entwicklungsmöglichkeiten des Wohngebiets im Bahnhofsumfeld. Deshalb unterstützen wir die Pläne zur Verlagerung der Gleise parallel zur künftigen A26.
Um das Rad in der Stadt zu einer echten Alternative zum Pkw zu entwickeln, ist ein Ausbau durchgängiger und qualitativ guter Fahrradverbindungen in die Innenstadt unerlässlich. Unser langfristiges Ziel ist es, aus der autofixierten Stadt Stade eine Stadt zu machen, in der Fahrrad, Bahn und Bus „in“ sind – viele andere Städte leben das heute schon vor.

Lebendige Innenstadt
Attraktiver Anziehungspunkt für Touristen, Besucher aus dem Umland und alle Stader – das ist und soll auch in Zukunft die Innenstadt der Hansestadt Stade sein. Der Leerstand des Hertiehauses ist nicht das einzige Problem. Es gibt zahlreiche Themen, an denen Stadt, Eigentümer und Geschäftsleute gemeinsam ansetzen können, um noch mehr Leben, geschäftliche und kulturelle Vielfalt in die Stadt zu holen.

Old and new economy weiter entwickeln
Stade ist ein starker Industriestandort im Großraum Hamburg, der mit den Technologienzentren CFK und Chemie auch in der Zukunft gute Entwicklungschancen hat. Wichtig ist dafür aber nicht nur die technische Infrastruktur wie Bahn- und Autobahnanbindung durch die A26 (keiner braucht die A20) und der Ausbau des Hafens, sondern auch ein qualifiziertes Fachkräfteangebot.

Stade sollte darauf hinarbeiten, seine Abhängigkeit von den zwei Konzernen zu reduzieren und die Ansiedlung und Stärkung kleiner und mittlerer Betriebe aus Handel, Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen fördern. Besonderes Potential sehen wir im Klimaschutz und in den Umwelttechnologien, den Branchen mit den größten Wachstumsraten der letzten Jahre, denen sich hier an der Küste beste Ausgangsbedingungen für exportorientierte Neuansiedlungen bieten.

Bildungsangebot ausbauen
Bildung und Qualifikation sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft –  sowohl individuell als auch für dieganze Gesellschaft. Die auf Initiative der Grünen entstandene Integrierte Gesamtschule und die noch kleine Hochschule haben das Bildungsangebot Stades in den letzten Jahren bereichert – aber hier kann noch mehr getan werden. Von der qualitativen Verbesserung des Schulangebots bis zur Vielfalt der Berufs- und Hochschulangebote und der beruflichen Weiterbildung sind alle Möglichkeiten zu nutzen, Stade als Bildungsstandort zu stärken. Hier zu sparen, hieße, am falschen Ende zu sparen.

Die Natur erhalten und pflegen
Natur und Landschaft innerhalb und am Rande der städtischen Bebauung sind zu erhalten und zu pflegen - im Interesse des Ökosystems, aber auch als Erholungsflächen für die Bürgerinnen und Bürger und die Besucher der Stadt. Die Stadt Stade hat ein deutliches Defizit an innerstädtischen Wald- und Erholungsflächen. Dieser Zustand muss mittelfristig verbessert werden.
Eindeutige Priorität genießt der Naturschutz in der Schwingeniederung und an den Nebenflüssen, die eine wichtige Funktion als Überflutungsflächen haben und als solche erhalten werden müssen.

Freizeit- und Kulturangebot für alle
Um Stade für Besucher und Bürgerinnen und Bürger attraktiv zu gestalten, ist ein breites Freizeit- und Kulturangebot erstrebenswert. Die Seminarturnhalle stellt in diesem Sinne eine erfreuliche Ergänzung der Angebote des Stadeums dar. Angesichts der angespannten Finanzlage und des erheblichen Zuschussbedarfs des Stadeums halten wir es für erforderlich zu prüfen, wo Steigerungen der Attraktivität und der Wirtschaftlichkeit möglich sind. Das Freizeitangebot für Jugendliche und junge Menschen ist noch verbesserungsbedürftig. Als erster Schritt ist der Alte Schlachthof zu revitalisieren.
Mit dem erneuerten Schwedenspeicher und dem Kunsthaus verfügt Stade über überörtliche Aushängeschilder, deren Nutzen für die Stadt ausgebaut werden muss.


Mit weniger und grüner Energie die Natur schonen
Statt teuer Kohle und Gas zu importieren (und damit das Klima zu schädigen), können wir durch energieeffiziente Bau- und Sanierungsmaßnahmen erhebliche Energiemengen einsparen. Die verbleibende benötigte Energie soll durch Wind, Sonne und Biomasse in der Region erzeugt werden. Das spart Geld und schafft Arbeitsplätze vor Ort. Eine regionale Energieagentur als Motor für eine solche Entwicklung ist wichtig und lohnt sich. Auch die Stadtwerke können noch einen wesentlich größeren Beitrag als bisher auf dem Weg in eine klimaschonende Energiezukunft leisten.
Den Bau neuer Kohlekraftwerke in Stade (und anderswo) lehnen wir aus Klimaschutzgründen ab.

Ohne sichere Einnahmen kein Auskommen
Wir treten für eine solide Haushaltspolitik ein, die versucht, die heutigen Aufgaben nicht zu Lasten der künftigen Generation zu finanzieren. Aber wir halten es auch für unverzichtbar, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten soziale, schulische und kulturelle Einrichtungen und Mindeststandards zu erhalten und nicht kaputt zu sparen.
Über die finanzielle Zukunft der Stadt wird allerdings nicht im Stader Rathaus, sondern in Berlin entschieden. Ohne eine grundlegende Reform der Kommunalfinanzen sind die Städte und Gemeinden nicht in der Lage, ihre Aufgaben der Daseinsvorsorge verlässlich zu erfüllen. Wir brauchen deshalb andere Mehrheitsverhältnisse nicht nur in der Hansestadt Stade, sondern auch in Berlin.

URL:http://gruene-ov-stade.de/archiv/kommunalwahlen-2011/kurz-knapp-unsere-kurzfassung/